Ein Tag mit Frank Lübben.
- frankluebben
- 25. Jan. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Aug. 2023

Der Tag fängt für mich nach wie vor fast immer um 6 Uhr an. Der Pflegedienst erscheint bei mir um 6.15 Uhr und es geht dann direkt los. Ich brauche die Hilfe eines Pflegedienstes aufgrund meiner Spastik. Jedoch habe ich den letzten Jahren durch viel Therapie und meinen eigenen Willen mich bei meiner Körperpflege selbständiger gemacht, das Duschen fällt mir heutzutage leichter.
Ich nehme mir die Zeit bis fast 7.30 Uhr, um mich für den Tag in Ruhe fertig zu machen. Danach folgt die Aufnahme meine ersten Energie Quellen, die muss auch reichhaltig und gut sein, denn meine Tage sind immer aktionsvoll. Das Frühstuck wird jeden Nachmittag von meinen Assistent*innen des Ambulante Betreuten Wohnen der Lilienthaler Diakonie zubereitet.
Das Frühstuck ist das wichtigste und die Grundlagen müssen stimmen für den langen Tag von mir.
Das Frühstuck ist immer nach meinen Wünsche zubereitet und es ändert sich oft. Es besteht aus viel Obst und Energie bis zum Mittag.

Das folgende Infoblatt hilft meine Assistent*innen um zu wissen, wonach ich mich aktuell Essens-technisch befinde.
Es ist 8.45 Uhr! Ab zur Reha:
Mit Lebensmut fange ich meinen Tag in der Reha an. Es startet immer mit einen
kleinen Kaffee!
Dann gehe ich die Blumen gießen in unseren wunderschönen Garten in der Reha-Tagesstätte.

In dem unteren Video seht ihr, ich stelle ich täglich das Datum in meinem selbst erstellten Kalender in der Reha-Tagesstätte.
Und es folgt eine kleine Sport Runde mit Oberkörper Training, die ich täglich mache bis meine Arme die Anstrengung spüren.
Danach, folgt natürlich die zweite Runde an Energie Aufladen mit Mittagessen. Manchmal, wenn ich etwas abgelenkt bin, dann kommt die Ataxie dazu und führt zu solchen "Bloopers" wie bei dieser Video Aufnahme.
Nach dem Mittagessen, wird es Zeit für Sport! Und was ist besser als meine Lieblings Aktivität?

Das ist auf meinem ersten Speedy. Dieses Bild habe ich ganz alleine gemacht auf dem Radtour nach Kuhsiel.
Noch nicht so ganz erschöpft von der langen Fahrradtour, die ich täglich betreibe, komme ich zu Hause an so gegen 15.00 Uhr und sehe fast immer meine Assistent*innen schon auf mich warten. Meine Assistent*innen sind ein Team von 3 festenMitarbeiter*innen aus dem Ambulanten Unterstützten Wohnen. Wir kennen uns schon lange und ich vertraue denen! Es gibt fast keine Probleme mit denen zusammen zu arbeiten, und wenn es doch zu manchen Konflikte oder Missverständnissen kommt, suchen wir immer eine offenes Gespräch um Dinge aufzuklären. Die verstehen meine Belangen sowie meine Bedürfnisse und arbeiten mit mir zielgerichtet auf meine BENI-Ziele.
Meine Assistent*innen unterstützen mich bei meinem Haushaltlichen Tätigkeiten, da ich manche Tätigkeiten doch nicht immer selbständig ausführen kann. Meine Spastik steht oft im Weg. Der Hauptanteil ist die Zubereitung von meinem Essen für den Abend und das Frühstück für nächsten Tag. Meine Präferenzen am Essen wechselt sich wie öfter. Manchmal habe ich Lust auf Räucherlachs und manchmal auf würzigen Bierschinken. Ich halte eine Vitaminereiche und Ballaststoffereiche Ernährung für sehr wichtig, denn der Sport den ich täglich mache ist ziemlich anstrengend.
Mit Unterstützung von meine Assistent*innen werde ich bei meinem Lauf-Training begleitet. Mein Lauf-Training ist für mich sehr wichtig. Es ist gut für meine Verdauung, für meine Beine und meine ganzen Organismus! Es gibt Tage, wo das Lauf-Training gar nicht läuft und Tage wo ich mich mit sehr guten Leistungen überrasche! Ich kann aber dabei meine Grenzen gut erkennen und nehme mir die Pause, wenn ich sie brauche.
Nach meinem Lauftraining, verabschiede ich mit meine Assistent*innen und es wird Zeit für Sport! Schon wieder! Dieses mal geht das für ca. 2 Stunden. Ich mache Kraftsport mit meinen selbst erstellten Sportgeräten.
Meine Sport Routine lautet- Öberkörpertraining, Rumpftraining, Beine stärken, Stehtrainer für ca. 20-30 Minuten, das Motomed und anschließend natürlich den Toilettengang.
Nach dem ganzen voll gelebten Tag, kommt es endlich zu meinem Feierabend. Das volle Adrenalin, das ich für den Tag aufgebracht habe, muss wieder runter und ich gönne mir mein Abendbrot und Fernseher. Ich besitze einen Computer, aber ich benutze ihn wenig, denn die schnell bewegenden Bilder sind für mich anstrengend und so kommt man kaum runter. Nach meinem Abendbrot gucke ich kein Fernsehen mehr und wenn doch, dann nur Dokus und die sind auch meistens Tier Sendungen für meine Landwirtschaftliche Seele.
Hier unten sieht ihr paar Bilder von meine gebastelten Produkten in der Reha-Tagesstätte.

Vor vielen Jahren konnte ich nicht mal selbständig essen und heute ist es eine Symbole vom Stolz für mich nachdem ich meine selbst gebastelte Holzwerk sehe.

Die Reha-Tagesstätte wird oft meinen Oster Holzwerke dekoriert.



Hallo, ich muss sagen es ist wirklich wunderschön wie Motiviert Sie sind und so ein Kämpfer.. Ich vermute die meisten Menschen würden einfach aufgeben. Sie machen aber soo unheimlich viel und probieren immer weiter zu kommen und mehr zu erreichen.
Hut ab!
HHG